Auszeit am Polarkreis

Als im März die Sehnsucht nach Schnee zu gross wurde, stiegen wir fix in den Flieger nach Helsinki, und fuhren mit dem Mietwagen, der überhaupt nicht danach aussah, dass er das schafft, 10 Stunden Richtung Polarkreis. Zu einer der schönsten Wochen, die wir je hatten.

First things first: Wir lieben Ruhe und Natur und mögen Menschen gar nicht mal so gerne. Finnisch Lappland war also DAS Ziel für uns. Und was sollen wir sagen, es war noch schöner als wir es uns vorgestellt haben.

Unser Mietwagen hat für die Woche 140 EUR gekostet und war klasse. Es war irgendwas kleines Toyota Dingsbums und wir dachten ok mal schauen ob das durch den Schnee kommt. Alles kein Problem. Je höher wir kamen, desto weniger Autos kamen uns entgegen und desto magischer wurde die Landschaft um uns herum.

Unsere erste Nacht verbrachten wir in einer Hütte 30 KM ausserhalb eines Ortes namens Ranua. Alle unsere Unterkünfte haben wir via AirBnb gebucht und jede von ihnen war mega toll. Die Gastgeber waren jedesmal so lieb und bemüht und freuten sich wirklich, dass wir da waren. So am Ende der Welt kommt wohl nicht so oft Besuch.

Unser Gastgeber in Ranua war wohl der liebste Mensch, den wir je getroffen haben. Er war mit uns den ganzen Tag Eisfischen, wir durften sein Schneemobil fahren (Videos davon auf unser Instagram Seite, too good to miss!) und wir haben zum Lunch Würstchen am Lagerfeuer geröstet. Es war ein wundervoller Tag und er wollte nichtmal die Spritkosten für diesen ganzen Tag voller Abenteuer haben.

Kleiner Survivalkurs, naja zumindest muss Simon das Feuer machen.

Schnee und Tannen und Schnee und Tannen…

Die nächsten Tage haben wir hauptsächlich gewandert und haben die Gegend bestaunt. Abends ging’s in die Sauna (jede Unterkunft hatte eine). Bei -26 Grad am Tag hatten wir uns die wohl verdient.

Kulinarik

Wir haben aufgrund der krassen Restaurantpreise immer selbst gekocht. Wir haben es geliebt. Die finnischen Supermärkte sind super sortiert und für uns ist ein Ausflug in einen ausländischen Supermarkt immer das Schönste am Tag.

Nach so einem ganzen Tag in der Kälte geben wir zu, dass ein schneller warmer Burger bei McDonalds auch himmlisch war. In Helsinki waren wir einmal essen, bei einem finnischen Buffet, wo man alles einmal probieren konnte. Ist ein grosser Renner bei den Touris, siehe TripAdvisor, aber wir fanden es trotzdem ganz cool. Das finnische Essen ist sehr reichhaltig, viel Fisch und Kartoffeln und sahnige Salate, es hat uns schon sehr an die russische Küche erinnert. Wenn man es sich leisten kann und auch ethisch kein Problem damit hat: Einmal bitte Rentier oder Elch (als Ragout der Hammer) probieren, mega gut.

Das Land der 1000 Seen

Da wir nur sechs Tage in diesem wunderschönen Land verbracht haben, ging nach drei Tagen Winterwonderland wieder runter nach Helsinki, genauer gesagt in einen Ort circa eine Stunde von Helsinki entfernt, wo viele reichere Finnen wohl ihre Sommerhäuser am See haben. Dort hatten wir unser nächstes Highlight: Ein Hausboot im Garten eines superlieben Ehepaars. Das Hausboot haben sie selbst umgebaut und mit ganz viel Liebe zum Detail renoviert. Es war einfach nur toll. Im Bett liegen und auf den verschneiten See schauen, danach in die Sauna mit Ausblick auf dem See. Simon hat sich sogar getraut danach in den eingefrorenen See zu steigen, ganz im Finnenstyle halt.

Fazit

Wenn du immer mal vorhattest nach Lappland zu fahren, tu es. Wir können es wirklich nur empfehlen, wir werden definitiv zurück kommen. Nicht zuletzt, weil wir die Polarlichter, die wir eine Nacht hätten sehen können verschlafen haben, trotz Aurora-Ticker. Es ist ein friedliches, ruhiges Fleckchen Erde, für das es sich auf jeden Fall lohnt ein paar Euro und Urlaubstage zu sparen.

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